Igl era ina giada ... ed oz?

Sagen, Märchen, Brauchtümer – alles verstaubt und von gestern? Keineswegs: «Muntognas magicas», eine gemeinsame neue Publikation der Sprachorganisation Lia Rumantscha und des Südostschweiz Buchverlags, rückt Romanischbündens reichen Schatz an faszinierenden Volkserzählungen und lebendigen Traditionen in ein neues Licht. Von Tujetsch bis in die Val Müstair haben sich die Autoren nach Preziosen auf die Suche gemacht. Und sind fündig geworden: Sie präsentieren eine Auswahl packender Originaltexte aus Caspar Decurtins’ «Rätoromanischer Chrestomathie», Geschichten nicht von Königen und Prinzessinnen, sondern von Bäuerinnen, Alphirten und Handwerkern. Sie porträtieren junge Menschen und die alten Bräuche, die dank ihrem Engagement in die Zukunft gerettet werden. Sie lassen Fachleute zu Wort kommen, in Gesprächen zu Hexen, Kulten, Sagenwesen und anderem mehr. Sie schlagen Wanderungen und Ausflüge zu mythischen Orten in Graubünden vor, vom einfachen Spaziergang bis zur zweitägigen Bergtour. Elf Gastautorinnen und -autoren der jungen Generation erzählen ihre «modernen Sagen». Spannende Eigenheiten der romanischen Sprache werden erklärt. Einheimische Köche bringen althergebrachte Speisen in ein frisches Gewand. Und mit all dem sollen auch Brücken gebaut werden: vom Einst ins Jetzt ebenso wie von der rätoromanischen in die deutsche Sprachwelt. Denn «Muntognas magicas» ist ein zweisprachiges Buch. Auf besondere Art: Nicht zwei Mal dasselbe in beiden Sprachen legen die Autoren vor, sondern mal romanische, mal deutsche Texte, die sich gegenseitig ergänzen und dem Leser so den Zugang zu einer vielleicht noch unbekannten Sprachwelt öffnen können. 

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muntognas magicas
Val Frisal, Breil/Brigels
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